Jan Kretzschmar: Portfolio

Mein Jahresausblick

Mein Jahresausblick

Projektentwicklung bleibt auch 2026 ein herausforderndes Geschäft

Im Herbst 2025 trat das Bau-Turbo-Gesetz in Kraft. Es soll den Wohnungsbau schneller machen. Trotzdem bleibt es schwierig, in den nächsten Jahren genug Wohnraum dort zu schaffen, wo der Bedarf groß ist. Der Zentrale Immobilien Ausschuss schätzt, dass im Jahr 2027 ungefähr 830.000 Wohnungen in Deutschland fehlen werden.

Als Projektentwickler sehe ich die Situation zwiespältig. Wir müssen weiter kräftig bauen. Die Nachfrage nach Wohnraum in Berlin und rund um Potsdam bleibt ungebrochen. Bauen ist aber auch herausfordernd. Hohe Baukosten und Zinsen müssen finanziert werden. Bürokratische Auflagen und lange Genehmigungsverfahren müssen erfolgreich durchlaufen werden. Über allem schwebt die unsichere geopolitische Lage. Das macht das Bauen zu einem Balanceakt. Dennoch bin ich zuversichtlich. Mein Team und ich werden unsere vielfältigen Projekte auch dieses Jahr gut voranbringen.

Vor allem beim dringend benötigten Wohnungsbau haben wir gleich mehrere Großprojekte in Arbeit. Besonders freuen wir uns, dass bei unserem Vorhaben am Filmpark Babelsberg vor Kurzem die Bagger angerollt sind. 554 Wohnungen mit 28.500 Quadratmetern Mietfläche entstehen bis Ende 2027 auf dem Baugrundstück entlang der Großbeerenstraße. Die Mehrfamilienhäuser des neuen Wohnquartiers im Potsdamer Ortsteil Babelsberg werden klimafreundlich gebaut und die Energieversorgung erfolgt weitgehend klimaneutral. Erdwärme ist die maßgebliche Energiequelle für Heizung und Warmwasser und Strom wird anteilig über Photovoltaik-Anlagen auf den Flachdächern gewonnen.

Für den Bau von Sozialwohnungen fehlen dem Land Brandenburg bis auf Weiteres leider die Fördermittel. Dennoch wollen wir einen Teil der Wohnungen am Filmpark mit einer reduzierten Miete anbieten. Wir tüfteln aktuell mit der Stadt Potsdam an einer Lösung. Ich bin optimistisch, dass uns dies gelingt.

Potsdam-Babelsberg bleibt attraktiv für Unternehmen und Wohnungssuchende

Die Nachfrage nach Wohnraum in Babelsberg ist groß. Der international bekannte Produktionsort für Film- und Fernsehproduktionen expandiert seit Jahren. Mehr als 140 Unternehmen haben sich im Umfeld der Medienstadt Babelsberg und der Filmuniversität Konrad Wolf mittlerweile angesiedelt. Glücklicherweise haben wir in der gleichen Zeit mehrere Wohnungsprojekte, eine Kita und eine Schule gebaut. Auch ein Hotel sowie diverse Büro- und Gewerbegebäude sind in unserer Verantwortung entstanden. 

Der „Bogen Babelsberg“ umfasst sechs Büro- und Gewerbegebäude. Das sechste Gebäude wird in wenigen Wochen fertiggestellt. © Fuchshuber Architekten
Der „Bogen Babelsberg“ umfasst sechs Büro- und Gewerbegebäude. Das sechste Gebäude wird in wenigen Wochen fertiggestellt. © Fuchshuber Architekten


Und die Medienstadt wächst weiter: Im März dieses Jahres ist die Grundsteinlegung für das Projekt „Marlene 21“ mit 53 Eigentumswohnungen in der Marlene-Dietrich-Allee geplant. Gleich nebenan wird in wenigen Wochen das Projekt „Bogen Babelsberg“ fertiggestellt. In sechs Bürogebäuden sind rund 28.400 Quadratmeter Mietfläche entstanden.

Eines meiner Herzensprojekte ist die von Stararchitekt Daniel Libeskind entworfene Media City Babelsberg. Das Hochhaus aus übereinander gestapelten Filmdosen könnte ein neues Wahrzeichen der Medienstadt werden. 5.000 Arbeitsplätze in der Film- und Medienbranche würden dort entstehen. Doch das bleibt Zukunftsmusik. Großvorhaben dieser Größenordnung brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, planerisch, wirtschaftlich und in der Abstimmung mit allen Beteiligten. Derzeit sprechen wir mit der Stadt darüber, wie das ursprüngliche Konzept an die zwischenzeitlich geänderten Marktbedingungen angepasst werden könnte. Das Bebauungsplanverfahren für dieses Vorhaben wird daher noch einige Jahre in Anspruch nehmen. Auch der B-Plan für den Uni-Campus auf dem Potsdamer Brauhausberg benötigt noch Zeit. Wir entwickeln das von der Hasso-Plattner-Stiftung initiierte Projekt, das größtenteils auf unserem Grundstück umgesetzt werden wird. Aus meiner Sicht wäre ein schlankeres Verfahren möglich gewesen, die Stadt setzt jedoch auf den Bebauungsplan. Gemeinsam mit allen Beteiligten arbeiten wir daran, die Zeit sinnvoll zu nutzen und die Grundlagen für eine zügige Umsetzung zu legen.

Visualisierung der von Stararchitekt Daniel Libeskind entworfenen Media City Babelsberg © Studio Libeskind
Die von Stararchitekt Daniel Libeskind entworfene Media City Babelsberg könnte ein neues Wahrzeichen werden. © Studio Libeskind



Spezialisierung auf ganzheitliche Quartiersentwicklungen

Mein 70-köpfiges Team hat bis zum Abschluss der laufenden Genehmigungsverfahren mehr als genug zu tun. In Beelitz-Heilstätten geht der Bau des neuen Stadtquartiers für 3.500 Menschen voran. Rund 1.500 sind bereits in ihre Wohnungen und Häuser eingezogen. Auch die Infrastruktur wächst weiter. Im letzten Jahr wurde der Neubau der Schule eröffnet. In diesem Jahr wurde bereits das Seniorenheim fertiggestellt. Auch die Sanierung der architektonisch einzigartigen, denkmalgeschützten ehemaligen Klinikgebäude geht weiter voran. Im ehemaligen Badehaus laufen derzeit die letzten Sanierungsarbeiten. Dort entstehen weitere bezugsfertig möblierte Apartments. Das Highlight soll aber eine Kunstausstellung in dem Gebäude werden. Derzeit laufen dazu die Planungen.

Die Entwicklung neuer Stadtviertel ist unser Spezialgebiet. Mein Team und ich bringen unser gesamtes Wissen und Können ein. . Es macht uns einfach viel Freude, verlassenen Orten wie den Beelitzer Heilstätten und dem Potsdamer Brauhausberg neues Leben einzuhauchen. Aus Brachflächen wie am Flugplatz Strausberg oder in Königs Wusterhausen lebenswerte Orte zu machen, ist für uns Tag für Tag eine sinnstiftende Aufgabe. Das gibt uns auch die Kraft, Hürden zu nehmen oder Rückschläge zu überwinden. Denn die gibt es bei jeder Projektentwicklung.

Visualisierung der neuen Schule im Quartier Beelitz-Heilstätten © Fuchshuber Architekten
In Beelitz-Heilstätten wurde im vergangenen Jahr eine neue Grund- und Oberschule fertiggestellt. © Fuchshuber Architekten

Der Bau-Turbo als Chance für mehr und günstigeren Wohnungsneubau

Gerade bei langfristig angelegten Vorhaben sind Unwägbarkeiten unvermeidlich: steigende Baukosten und Zinsen, veränderte Förderrichtlinien sowie neue regulatorische Auflagen. Bislang ist es uns jedoch gelungen, diese Herausforderungen mit vereinter Kraft zu bewältigen. Die Aussicht, dass durch den Bau-Turbo wieder mehr Wohnungen gebaut werden, macht uns zuversichtlich. Für das Gelingen der Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren tragen die Kommunen die Verantwortung, da sie den Bau-Turbo als Bundesrecht nun auf kommunaler Ebene umsetzen sollen. Der Bau-Turbo bietet die Chance, Wohnbauvorhaben schneller umzusetzen, was Kosten einspart, und damit niedrigere Mieten ermöglicht. Dabei sind aber die öffentlich-rechtlichen Anforderungen an solche Projekte weiterhin hoch.

Eine spürbare Vereinfachung und Beschleunigung der Genehmigungsverfahren wäre ein echter Fortschritt, für Projektentwickler ebenso wie für die vielen Menschen, die dringend Wohnraum suchen. Vielleicht gelingt es dank Bau-Turbo und Berlins Schneller-Bauen-Gesetz das bisher zehn Jahre dauernde Bebauungsplanverfahren für das Projekt Biesdorf II im gleichnamigen Ortsteil im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf endlich in trockene Tücher zu bekommen. Dann könnten weitere 26.000 Quadratmeter Wohnfläche in Mehr- und Einfamilienhäusern in unmittelbarer Nähe des bereits realisierten Projekts Grüne Aue Biesdorf entstehen.

Es gibt etwas Grund zur Hoffnung: Die Zahl der Wohnungsbaugenehmigungen ist im vergangenen Jahr zwischen Januar und November immerhin um 11,3 Prozent auf 215.500 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Hoffen wir, dass dieser Trend sich noch verstärken wird.

Ich kremple schon mal die Ärmel hoch und wünsche Ihnen Kraft und Zuversicht für das Jahr 2026.

Ihr Jan Kretzschmar

PS: Kürzlich habe ich bei Radio Potsdam auch über die Perspektiven für 2026 gesprochen. Das Interview kann hier angehört werden:

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