Jan Kretzschmar: Portfolio

Zurück in die Zukunft in der Medienstadt Babelsberg

Zurück in die Zukunft in der Medienstadt Babelsberg

Vor etwas mehr als zehn Jahren, im September 2015, haben wir mit den „Villen am Filmpark“ unser erstes Bauprojekt in der Medienstadt Babelsberg begonnen. Mittlerweile sind daraus fast 20 Projekte geworden. Und wenn ich heute gefragt werde, woran ich nach einer so langen Zeit der Bautätigkeit in der Medienstadt immer noch meine Freude habe, zeige ich einfach unsere jüngste Baustelle. An der Großbeerenstraße entstehen 554 Wohneinheiten, rund 28.500 m² Wohnfläche, modernster Energiestandard mit der Option auf geförderten Wohnraum (dazu laufen noch Detailabstimmungen mit der Stadt). Dieses Projekt „Wohnen am Filmpark“ ist eines der größten privaten Wohnungsbauvorhaben, die Potsdam in den letzten Jahren gesehen hat. Und es ist ein weiteres Beispiel für die positive Entwicklung in einem der spannendsten Viertel der Republik.

Die „Villen am Filmpark“ waren das erste KWD-Projekt in der Medienstadt Babelsberg. Erbaut wurden sie zwischen September 2015 und März 2017. Bild: © Andreas Schwarz
Die „Villen am Filmpark“ waren das erste KWD-Projekt in der Medienstadt Babelsberg. Erbaut wurden sie zwischen September 2015 und März 2017. Bild: © Andreas Schwarz

Vom Großatelier ins digitale Zeitalter

Babelsberg klingt für viele noch immer nach Hollywood an der Havel. Seit 1912 wird hier Filmgeschichte geschrieben. Studio Babelsberg ist das älteste Großatelier-Filmstudio der Welt und zugleich das größte Filmstudio Europas. Heute tummeln sich in der rund 47 Hektar großen Medienstadt etwa 200 Unternehmen und Start-ups der Digital- und Medienbranche mit über 3.500 Beschäftigten. Das Spektrum reicht von Kino-, TV- und Animationsproduktion über Agenturen bis zu Hightech- und IT‑Unternehmen. Dazu der rbb, die UFA, das Studio Babelsberg und natürlich Wissenschaft: die Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF und die Universität Potsdam mit dem Hasso-Plattner-Institut nur einen Steinwurf entfernt.

Aus der ehemaligen Filmstadt ist längst mehr geworden. Die Medienstadt entwickelt sich zum Digital Hub. Mit den Schwerpunkten „Medien“ und „Künstliche Intelligenz“ entsteht in der brandenburgischen Landeshauptstadt eines der sieben neuen digitalen Zentren Deutschlands, also gewissermaßen das Silicon Valley für Deutschland. Babelsberg hat das Potenzial, bei diesen Zukunftsthemen wieder zu einer weltweit renommierten Adresse zu werden.

Zehn Jahre KW-Development in der Medienstadt Babelsberg

Seit über zehn Jahren begleiten wir als KW-Development diese Entwicklung, in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung Potsdam und dem Filmpark Babelsberg und seinem Gründer Friedhelm Schatz. Nach den „Villen am Filmpark“ mit 209 Wohnungen zwischen Stahnsdorfer Straße und Marlene-Dietrich-Allee starteten wir im Oktober 2016 den Bau des Campus am Filmpark. Es ist für uns ein Schlüsselprojekt. Mit Supermarkt, Drogerie, Bäckerei, Restaurants, modernen Büroflächen, studentischen Apartments und der Kita „Ole Lukoie“ ist es unser „Marktplatz“ im Quartier. Denn mir ist bei meinen Projekten wichtig, dass die Infrastruktur als Erstes vorhanden ist. Im Mai 2019 wurde das aus fünf Gebäuden bestehende Projekt abgeschlossen und bildet seither das Zentrum für viele Anwohner und die Pausengestaltung vieler Arbeitnehmer und Studierenden.

Mit „Studio Five“ haben wir 2019 ein Studiogebäude revitalisiert und in eines der modernsten TV-Studios Deutschlands verwandelt. Es ist voll auf virtuelle Realität zugeschnitten und verfügt zusätzlich über Flächen für eine private IT-Hochschule und Start-ups. 2020 folgte das Bürohaus August-Bebel-Straße mit 7.500 m² Bürofläche und das Depot-Gebäude für den Filmpark Babelsberg mit rund 10.000 m² für Kostümfundus, Werkstätten und Büros.

Für mich als Filmfan war 2022 der Bau des neuen Archivs für das Filmmuseum Potsdam ein weiterer Höhepunkt. Es beherbergt Requisiten und Ausstellungsstücke, mit denen Marlene Dietrich, Tom Hanks und Quentin Tarantino in Babelsberg einst gearbeitet haben. Die Herausforderung bestand darin, eine konservatorisch angemessene Aufbewahrung der umfangreichen Bestände zu gewährleisten und sie für Forschung und Lehre zur Verfügung zu stellen. Eine attraktive Schausammlung ist auch für den Publikumsverkehr zugänglich.

Mit sieben Stadtvillen im Stil des Art Déco mit 133 Wohnungen konnten wir im Quartier auch der Architektursprache der 1920er Jahre ein Denkmal setzen. Im Mai 2023 sind die ersten Bewohner in ihre Wohnungen im Projekt „The Seven“ eingezogen.

Die Spiel- und Freiflächen der Michael-Ende-Grundschule befinden sich aus Platzgründen teilweise auf dem Dach. Bild: © Andreas Schwarz
Die Spiel- und Freiflächen der Michael-Ende-Grundschule befinden sich aus Platzgründen teilweise auf dem Dach. Bild: © Andreas Schwarz
Die Sporthalle der Michael-Ende-Grundschule wurde in das gegenüberliegende Parkhaus integriert. Bild: © Tobias SIesmayer
Die Sporthalle der Michael-Ende-Grundschule wurde in das gegenüberliegende Parkhaus integriert. Bild: © Tobias Siesmayer


Wo Wohnungen entstehen, wird auch eine Schule benötigt. 2024 haben wir daher die Michael-Ende-Grundschule mit Hort für über 500 Kinder übergeben. Sie ist vermutlich die einzige Schule Deutschlands, deren Sporthalle sich in einem Parkhaus befindet. Da auf dem Schulgrundstück der Platz fehlte, haben wir die Sporthalle einfach in das gegenüberliegende Parkhaus integriert.

Zum zehnjährigen Jubiläum unserer Bautätigkeit in Babelsberg wurde im Mai 2025 am Ahornplatz ein Neubau im KfW-Effizienzhaus-40-Standard fertiggestellt. Die Wärmeversorgung erfolgt höchst effizient und klimaschonend überwiegend per Geothermie und Photovoltaik. Das Gebäude verfügt über 270 möblierte Apartments, ein Hotel mit 170 Betten und 150 Longstay-Apartments. Die vielen Studenten, Arbeitnehmer und Gäste in der Medienstadt finden dort zusätzliche Wohn- und Übernachtungsmöglichkeiten. Unsere vorerst letzte Fertigstellung war Anfang 2026 das letzte von sechs Gebäuden für das Gewerbeensemble „Bogen Babelsberg““ Hier sind rund 28.400 m² Mietfläche entstanden. Einen Teil der Fläche haben wir im Juni 2023 mit unserem 70-köpfigen Team von KW-Development bezogen.

Der „Bogen Babelsberg“ besteht aus sechs Gebäuden, die dem Straßenverlauf der Marlene-Dietrich-Allee folgend halbkreisartig angeordnet sind. Bild: © Andreas Schwarz
Der „Bogen Babelsberg“ besteht aus sechs Gebäuden, die dem Straßenverlauf der Marlene-Dietrich-Allee folgend halbkreisartig angeordnet sind. Bild: © Andreas Schwarz


Unternehmen entdecken die Medienstadt neu

Ein Quartier taugt erst dann etwas, wenn es für Bewohner und Unternehmen attraktiv ist. Und Babelsberg hat eine ganz besondere Anziehungskraft. Die XU Exponential University of Applied Sciences hat sich hier neu angesiedelt, ebenso der Campus Potsdam der IU Internationale Hochschule GmbH und die German University of Digital Science. Die Pädagogika gGmbH mit innovativen Lernangeboten hat einen Platz in der Medienstadt gefunden, ebenso wie D-Labs, eine Beratungs- und Technologieschmiede für digitale Produkte und Services, die Hasso Plattner mitgegründet hat. Mit der IAV GmbH ist einer der führenden Entwicklungsdienstleister für Mobilität auch in die Medienstadt gezogen. Bildung, Beratung, Digitalwirtschaft und Mobilität – alle sind eine gute Ergänzung zu den etablierten Angeboten. Das ergibt eine Mischung, die den Standort Babelsberg zukunftsfähig macht.

Was als Nächstes kommt

Wir haben in Babelsberg bisher rund 160.000 m² Nutzfläche entwickelt. Gut 20 Prozent davon entfallen auf Wohnungen, die übrigen Flächen sind für Büros, Gewerberäume, Einzelhandel, Gastronomie, Schule und Kita entstanden. Rund 35.000 m² Wohnraum und 10.000 m² Gewerbeflächen befinden sich aktuell im Bau. Damit steigt der Wohnungsanteil auf über 30 Prozent.

Das Projekt „Wohnen am Filmpark“ soll Ende 2027 fertiggestellt werden. Parallel zu diesen Mietwohnungen wachsen bei dem Projekt „Marlene 21“ zwischen Marlene-Dietrich-Allee und Stahnsdorfer Straße sechs Gebäude mit 53 Eigentumswohnungen und Gewerbeflächen in die Höhe. Geplante Fertigstellung hier: Ende 2027. Noch in der Planung ist ein weiteres Bürohaus in der August-Bebel-Straße mit rund 10.000 m² Nutzfläche für Unternehmen der Medien- und Digitalwirtschaft. Sie können sich über einen Dachgarten für die Mittagspause freuen. In der Joe-May-Straße wollen wir das Media Center Babelsberg als weiteren Standort für Medien- und Digitalunternehmen mit rund 5.400 m² Nutzfläche entwickeln.

Eines der zentralsten Grundstücke der Medienstadt an der Großbeerenstraße Ecke August-Bebel-Straße ist ebenfalls noch unbebaut. Hier arbeiten wir an einer Planung, die sowohl marktfähig als auch politisch tragfähig ist. Ich finde, der Entwurf von Daniel Libeskind für die Mediacity Babelsberg wäre ein Schmuckstück für das ganze Quartier geworden. Doch trotz mehrerer Änderungen war diese Idee nicht mehrheitsfähig. Mittlerweile haben sich auch die Marktbedingungen gegenüber der ersten Präsentation 2021 stark verändert. Daher beraten wir aktuell mit der Stadt Potsdam intensiv darüber, wie eine zukunfts- und politisch mehrheitsfähige Bebauung auf diesem Grundstück aussehen kann. Sobald es etwas Neues gibt, werde ich auch auf dieser Seite darüber berichten.

In dem Hotel- und Apartmentgebäude am Ahornplatz wurde auch das Steakhaus Mirabell eröffnet. Bild © vision photos
In dem Hotel- und Apartmentgebäude am Ahornplatz wurde auch das Steakhaus Mirabell eröffnet. Bild © vision photos

Kommen Sie in die Medienstadt

Aus einem Filmstudio von 1912 hat sich ein Ort entwickelt, an dem Drehbuch und Datenbank, Kamera und Cloud intensiv genutzte Werkzeuge sind. Hier entstehen Ideen und Produkte, die das Leben für uns in Zukunft maßgeblich beeinflussen werden. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer klaren Vision und einer langen Aufbauarbeit.

Wenn ich auf die nächsten Jahre schaue, bin ich zuversichtlich. Die Medienstadt Babelsberg wird zu einem Digital Hub, in dem die intelligentesten Köpfe mithilfe der Künstlichen Intelligenz unsere Zukunft gestalten. Kommen Sie doch auch mal nach Babelsberg und machen Sie sich selbst ein Bild von dieser Dynamik. Nach einem ausgiebigen Spaziergang können Sie zum Beispiel am Ahornplatz einkehren. Dort empfehle ich Ihnen das Steakhaus Mirabell, um sich in angenehmer Atmosphäre zu stärken und die gewonnenen Eindrücke in Ruhe zu verarbeiten.

Ihr Jan Kretzschmar

zurück

Kontakt

Sie haben Ideen, Fragen oder Anmerkungen?
Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme.

Jan Kretzschmar
KW-Development GmbH
Marlene-Dietrich-Allee 12B
14482 Potsdam

T +49 331 70399 300
F +49 331 70399 599