
Am 3. September 2026 hat die Eröffnungsfeier für NEBULA im ehemaligen Badehaus der Beelitz-Heilstätten stattgefunden. Das Potsdamer Künstlerkollektiv Xenorama hat hier einen bedeutenden Ort für Medienkunst geschaffen. Mit KW-Development begleiten wir dieses Projekt bereits seit gut zwei Jahren und es war ein bewegender Moment, den Abschluss dieser Vorbereitungen und damit den Start in den Publikumsbetrieb zu feiern.
Gäste aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Kultur und der Stadtgesellschaft waren zur Eröffnung eingeladen. Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement war vor Ort und Vertreter des benachbarten Baumkronenpfads. Auch von der Filmuniversität Babelsberg und von Banken sowie weiteren Institutionen waren Gäste anwesend.

Hinter NEBULA stehen Marie-Sophie Herling, Richard Oeckel und Marcel Bückner. Sie haben die Ausstellung konzipiert und führen heute die NEBULA Experience GmbH. In ihrer Begrüßung danken sie den Unterstützern, die diesen Ort mit ermöglicht haben und gaben einen kleinen Einblick in die Herausforderungen der Planungsphase. Wirtschaftsministerin Martina Klement hat dieses Ereignis mit ihrem Besuch gewürdigt. Das zeigt, NEBULA hat Strahlkraft für ganz Brandenburg. Der stellvertretende Bürgermeister von Beelitz, Torsten Zado, hat ebenfalls ein Grußwort gehalten.

Gänsehautmomente bei der Eröffnung
Dann wurde es künstlerisch. Jesco Habert von den Berliner Kiezpoeten trug einen Text vor, den er eigens für diesen Anlass geschrieben hatte. Sein Auftritt weckte bei mir viele Erinnerungen. Seit 2020 organisieren wir unter dem Titel KulturBHS ein vielfältiges Kulturprogramm in Beelitz-Heilstätten. Damals in den noch unsanierten Klinikgebäuden. Bereits seit Mai 2021 gehören die Kiezpoeten mit verschiedenen Veranstaltungen fest dazu. Schon beim ersten Poetry Slam stand Jesco bei uns auf der Bühne.
Seitdem haben wir mit ihnen nicht nur viele Veranstaltungen erlebt. Auch meine Familie und ich waren bereits mehrfach bei ihren Krimi-Dinnern zu Gast und haben mit großer Freude nach dem Täter gesucht. Das Badehaus bot dafür bereits im unsanierten Zustand die perfekte Kulisse.

Die eigentliche Eröffnung war dann ein richtiger Gänsehautmoment. Malika Alaoui vom Cirque du Soleil erschien in ihrem weißen Kleid und hat in einer Mischung aus Gesang und Tanz die Gäste durch einen Vorhang in die Ausstellung im Kuppelsaal geführt. Sie stand am Ende im ehemaligen Tauchbecken in der Mitte des Raumes, umhüllt von Bühnennebel. Besser hätte man NEBULA, das Wort für eine Wolke aus Staub und Gas im Weltall, nicht in Szene setzen können.

Was Sie bei NEBULA erwartet
Wer bei einer Ausstellung zuerst an Bilder an weißen Wänden denkt, wird bei NEBULA etwas anderes erleben. Hier füllen Licht, Klang und Projektionen ganze Räume. Dabei verdeckt die Kunst die historische Architektur nicht, sondern hebt ihre besondere Wirkung noch hervor. Gewölbe, Fliesen und viele alte Details kommen dadurch ganz neu zur Geltung. Gleichzeitig sieht man, wie schön das sanierte Badehaus geworden ist, das freut mich als Bauherr natürlich besonders.
Auf zwei Etagen verteilen sich zehn Ausstellungsräume mit insgesamt rund 960 Quadratmetern Projektionsfläche. Acht Arbeiten stammen vom Potsdamer Kollektiv Xenorama, zwei von den Gastkünstlern Alessandro Lupi und Annika Hippler.
Am Eröffnungsabend habe ich mir natürlich alle Räume angesehen. Besonders lange blieb ich im Kuppelsaal und im ehemaligen Zandersaal.
Einen kleinen Einblick möchte ich schon geben: Bei „Vortex Lucis“ werden Sie selbst Teil des Kunstwerks. Ihre Schritte erzeugen Lichtfelder, die zur Mitte des Raums wandern. Dort wartet ein kreisförmiger Strudel. Es wirkt, als würden Sie Licht in ein schwarzes Loch schicken. Mit mehreren Besuchern zugleich entsteht ein leuchtendes Gewimmel. Man kann das schwer beschreiben. Am besten ist, es selbst zu erleben.
Langweilig wird es jedenfalls nicht: Einige Installationen reagieren auf die Besucher, andere lassen einfach auf sich wirken, darunter eine raumfüllende 360-Grad-Projektion. Gerade diese Mischung macht den Rundgang abwechslungsreich. Zugleich zählt die Ausstellung zu den größten dauerhaft bespielten Medienkunstinstallationen der Region. Ich bin gespannt, wie sie in den kommenden Monaten angenommen wird.

Vom Lichtbad zur Lichtkunst
Warum passt Medienkunst gerade in dieses Haus? Die Beelitz-Heilstätten entstanden zwischen 1898 und 1930 als Lungenheilanstalt. Sonnenlicht, frische Luft und Wasser waren ein wichtiger Teil der Behandlung. Das Badehaus wurde extra dafür gebaut. Später wurde es ein „Lost Place“, verlassen, verfallen, geheimnisvoll. Seit 2020 haben wird mit KW-Development die Sanierung des Gebäudes in Angriff genommen und zunächst das Dach abgedichtet, um das Gebäude vor weiteren Schäden zu schützen. Seit 2024 lief dann die Sanierung so richtig an. Bis Ende des Jahres sollen die letzten Arbeiten beendet sein. Für den Ausstellungsbereich ist natürlich alles rechtzeitig fertig geworden.
Aus dem Lost-Space ist ein Art Space geworden. Auch im ehemaligen Zandersaal im Obergeschoss des Badehauses. Hier trainierten die Patienten an Geräten Kraft und Ausdauer. Benannt nach dem Arzt und Erfinder des Fitnessgeräts Gustav Zander, nannte man das damals „zandern“. Heute ist im Zandersaal die Installation „Dreaming Architecture“ zu sehen. Das ist eine immersive Installation, die mich besonders beeindruckt hat.

Warum wir NEBULA seit zwei Jahren begleiten
Vor rund zwei Jahren saßen wir mit Marie-Sophie Herling, Richard Oeckel und Marcel Bückner zum ersten Mal zusammen und haben über die Idee für NEBULA gesprochen. Es gab bereits eine gewachsene Zusammenarbeit mit Marie-Sophie Herling, die sich seit Jahren für das kulturelle Leben in Beelitz-Heilstätten engagiert. Sie hat viele Veranstaltungen von KulturBHS mit auf den Weg gebracht. Auch Xenorama hatte hier schon gezeigt, was das Kollektiv kann, zuletzt mit der Fassadenprojektion am Badehaus beim Heilstätter Weihnachtsmarkt 2025.
NEBULA war deshalb ein nachvollziehbarer nächster Schritt. Wir haben das Projekt organisatorisch begleitet und die Räume für die neue Nutzung ausbauen lassen. Auch unser Vermietungsunternehmen SKAJ ist dem Projektteam bei den Konditionen entgegengekommen. So ergänzt NEBULA heute das bestehende Angebot von KulturBHS, das im benachbarten Männersanatorium stattfindet. Als nächstes steht dort am 19. September ein Metal-Konzert auf dem Programm, im Oktober dann zwei Krimi-Dinner und im Dezember der schon traditionelle Heilstätter Weihnachtsmarkt.
Medienkunst als Teil eines lebendigen Quartiers
Im Quartier Beelitz-Heilstätten entstehen 800 Häuser, 500 Wohnungen und ein neues Ortszentrum unter anderem mit Schule, Supermarkt, Ärztehaus, Restaurant. Drumherum ist viel Wald. Die Regionalbahn bring einen schnell nach Berlin. Neben Wohnen und Arbeiten ist Kultur für mich ein wichtiger dritter Baustein für ein lebendiges Quartier. Sie holt auch Besucher aus Berlin und Potsdam nach Beelitz. Sie gibt den Nachbarn einen Grund, sich abends zu treffen. Und sie zeigt: Hier passiert etwas. Wer wissen will, wie das Areal insgesamt wächst, findet mehr dazu in meinem Beitrag zur Entwicklung Beelitz-Heilstätten.

Als Bauherr beschäftigt man sich lange mit Plänen, Genehmigungen und der Sanierung. Wirklich lebendig wird ein Gebäude aber erst, wenn sich seine Türen öffnen und Menschen hineinkommen. Bei der Eröffnung von NEBULA war für mich schnell klar: Das Ergebnis ist wirklich großartig. Darum Danke, Marie-Sophie, Richard und Marcel für diesen besonderen Ort. Ihr habt in diese Ausstellung mindestens genauso viel Herzblut investiert, wie wir bei der Sanierung der Gebäude
NEBULA bringt Medienkunst und moderne Technik in das historische Badehaus. Machen Sie sich selbst ein Bild. Die Ausstellung ist freitags bis sonntags von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Tickets erhalten Sie auf intonebula.com.
Ihr Jan Kretzschmar
PS: Übrigens hat auch die Tagesschau über NEBULA berichtet. Ich habe den Beitrag hier für Sie verlinkt:
